Gedankensplitter

Erfahre in dieser Blog-Rubrik Sinniges und weniger Sinnenhaftes, Tiefgründigeres,  Witziges, Erstaunliches – Geschichten, die das Leben schreibt.

Zuckerbrot und Peitsche

Denkst du noch immer in Jobs ...oder bereits in Projekten? OK, zugegeben, auch ich halte mich noch immer wieder an die sicherheitsirrige Idee, dass man doch einen Job, d.h. eine «sichere» Arbeitsstelle haben müsste. Wenn ich mir diesen Satz nun so auf der Zunge zergehen lasse, dann bleibt allerdings ein etwas schaler Geschmack hängen. Wieviel Druck und Zwang steckt da drin? Wieviel «Sicherheit» ist da mehr Wunsch als Tatsache? ... und wo bleibt die Kreativität? Das muntere Gestalten von Ideen und motivierte Umsetzen in «wirklich Sinnvolles»? Und schon kribbelt's mich voller Tatendrang. Meine Gedanken beginnen sofort Ping-Pong zu spielen mit jenen eines kleinen, aber feinen Teams, das mit Kooperationswillen, Wissen und gemeinsamen Zielen keine fixen Arbeitszeiten (mehr) kennt, sondern weiss, sich klar nach den Bedürfnissen von Projekten und persönlichen Vorlieben der Projektmitglieder zu organisieren.

Arbeiten in einem Wohlfühlklima?

Was? Wohin soll das denn führen? Das ist eine Frage, die sich – Hand aufs Herz – wohl nur ü40er stellen. Wir sind noch geprägt von den Patriarchen, die der irren Meinung sind, dass Arbeit nur unter Kontrolle wirklich richtig funktioniert. Dass Arbeit Pflichterfüllung ist und schon gar nichts mit Spass zu tun haben kann. «Pläuschle» kann man schliesslich während des Hobbys. ABER: Ist dir auch schon mal aufgefallen, dass die Resultate sowohl kreativer, als auch nachhaltiger und schlicht besser ausfallen können? Wenn man motiviert ist und Freude hat am Tun,  so wirkt das ansteckend – nicht nur für Teammitglieder, auch für Kunden. Ich kann mir vorstellen, dass manch ein Dienstleistungsbetrieb massiv von fröhlich  interessierten und schlicht motivierten Mitarbeitenden stark profitiert. Ich bin mir sicher, dass dies nicht nur die Kundenzufriedenheit, sondern auch die Zahlen «unter dem Strich» massiv steigern lassen. Bloss, «einfach so» geht das nun auch wieder nicht. Man muss schon etwas dafür tun, denn der Output kann höchstens so gut ausfallen, wie der Input. Und mit Input sind hier nicht (nur) die konkreten Aufträge gemeint. Es braucht ein entsprechendes Umfeld, das auch lebt, was im Unternehmensleitbild oftmals dargestellt wird: Wertschätzung, Achtsamkeit, Förderung der Fehlerkultur, Menschlichkeit. Wo es Raum gibt für Kreativität, neue Ideen, Neues auszuprobieren – auch wenn's mal in die Brüche geht – auf konstruktiver Kritik basierend. So werden Begriffe wie Vertrauen, Verlässlichkeit, Respekt und Achtung zu Grundpfeilern einer neuen, (?) gut funktionierenden Firmenkultur. Ja dann dürfte bald ganz schön was abgehen in den Betrieben!

Alles Fantastereien?

Wenn man bedenkt, dass sich Produkte und Dienstleistungen kaum mehr voneinander unterscheiden, dann spielen doch nun ganz andere Faktoren eine zunehmend wichtige Rolle, um sich von der Konkurrenz abzuheben, oder? Die Ära «Zuckerbrot und Peitsche» ist meines Erachtens nun definitiv vorbei. Klar, wer dies nicht glauben kann, weil ja sonst «alle bloss faul herumhängen», darf weiterfahren wie bisher. Allerdings dürfen solche Führungskapitäne nicht darauf  zählen, dass die Besatzung das untergehende Schiff zu retten versucht, sondern bei der erst besten Möglichkeit abspringt. Natürlich sind alle ersetzbar. Wenn man ehrlich ist jedoch nur bedingt. Abgesehen von Know-how-Verlust, der Mehrbelastung fürs Team und verdeckten Mehrkosten, geht schlimmstenfalls auch ein Stück des Firmenimages verloren. Dienst nach Vorschrift unter voller Kontrolle lässt sich immer weniger gut verkaufen. Ich bin mir sicher: Die Zeit ist reif für neue, selbstbewusste und selbstverantwortliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

25. Juni 2021/bk
Bild: Unsplash (krakenimages)

Das war's!

War’s das wirklich? Wohl kaum. Wir haben ja eben erst begonnen mit dem Neuen und das Alte, Verstaubte hat sich noch nicht wirklich verabschiedet. Es staubt tatsächlich noch ganz ordentlich herum und nimmt uns den Atem – trotz oder aufgrund der Masken. Aber lassen wir das…

 

Ja, 2020 wird eingehen in die Geschichtsbücher. Irgendwann wird es in die offiziellen Werke aufgenommen werden. Wir und jene nach uns werden staunend zurückblicken auf dieses so legendäre Jahr. Aber wichtiger noch dünkt mich unser aller Geschichte. Frage 100 Menschen und du bekommst mindestens so viele Antworten. Ein verrücktes Jahr war das 2020. Darin sind wir uns wohl alle einig. So viele Dinge sind sprichwörtlich «ver-rückt», haben einen anderen, einen neuen oder gar keinen Platz mehr gefunden. Vieles wird noch folgen, denn eines ist ebenfalls klar: So, wie wir dieses legendäre Jahr begonnen haben, wird es weder enden noch je wieder sein. Zu Vieles ist eben «ver-rückt». Manche werden sich noch einige Zeit festzuhalten versuchen an «der guten alten Zeit». Das Alte wird wohl noch weiterhin viel Lärm machen beim Sterben. Wir stehen noch mitten im Seilziehen um «Macht und Freiheit». Diesbezüglich wiederholt sich die Geschichte doch tatsächlich irgendwie.

 

Zu Beginn des Jahres machte ich einmal die Äusserung: «Das wird ein cooles Jahr. Da kommt etwas echt Tolles.» Heute darf ich mich fragen, welchen Zeithorizont dies wohl betrifft, wobei: Schaut man wirklich aus einer grösseren Perspektive auf das 2020 zurück, so hat sich trotz (oder weil?) allem viel Gutes getan: Wir wurden auf uns und unsere Werte und Bedürfnisse zurückgeworfen. Plötzlich haben wir Zeit. Wir können uns nicht so schnell von uns selbst ablenken – womit auch immer. Die Umstände zwingen uns, den Aktionsradius klein zu halten. Aber tun sie das wirklich? Im Geist sind wir frei. Hier gibt es weder Grenzen noch Vorschriften. Wir finden Freude an beinahe vergessenen und vielleicht schon viel zu lange vernachlässigten Werten wie Familie, Freunde, Wahrheit und Klarheit, obwohl wir auch mit dem Gegenteil bedient werden. 

 

Was am Jahr 2020 «so toll» sein soll? Genau: Wir können ganz einfach nicht mehr anders, als uns irgendwann unsere Gedanken über Sinn und Ziele zu machen. Und dabei gibt es nichts zu verurteilen. Denn wie mein Vater kürzlich weise meinte: «Es braucht wohl die dunkle Nacht, um die Schönheit der funkelnd leuchtenden Sterne zu sehen.» Und unsere Erfahrung zeigt, dass es nach jeder Nacht wieder Tag wird. Der bringt neue Chancen und Möglichkeiten. Wir haben immer eine Wahl. So wähle ich persönlich Frieden, Licht und Liebe und bin überzeugt, dass wir auf dem Weg in eine wirklich «coole», tolle Zukunft sind. Wir brauchen uns einzig für sie zu entscheiden!

 

Ich wünsche allen alles Gute, beste Gesundheit und viel Freude während eines bestimmt interessanten 2021!

Januar 2021/bk
Bild: Unsplash

Sugar, sugar Babe

Vor ein paar Monaten sind meine Lebenspartnerin und ich über ein Ernährungsprogramm gestolpert. Wir dachten uns, dass es doch ein ganz guter Moment wäre, mal wieder ein paar Pfunde loszuwerden. Motiviert haben wir uns  auf diesen Online-Kurs eingelassen.

Der Kurs war ausgesprochen gut strukturiert und geführt. Was uns jedoch zu Beginn etwas erstaunte war, dass er ganze 90 Tage (!) lang dauern sollte. «Wenn wir da mal keinen Effekt erzielen?» dachte ich für mich und machte mich erwartungsfroh, aber auch mit einem doch leicht mulmigen Gefühl an die Sache.

Zuerst geschah nichts. Also nicht wirklich gar nichts, denn die erste Aufgabe war, unserer inneren Stimme zu lauschen. Da brauchten wir allerdings nicht lange zu warten: Das «Sugar-Monster» meldete sich sehr schnell. Der «Food-Angel» war da eher zaghaft im Hintergrund zu vernehmen. Es stellte sich rasch heraus, dass diese beiden Kontrahenten unsere nunmehr bewussten, treuen Begleiter würden...

Nun waren wir also gefordert, unsere ganze Ernährung grundlegend zu hinterfragen. Auch, dass Hunger nicht gleich Hunger ist, war uns klar, aber so klar nun auch wieder nicht. Oder hast du gewusst, dass Durst auch eine Art von Hunger sein kann? Das Coole am ganzen Programm war (und ist), dass es nicht ums Fasten an sich geht. Ja, Hungergefühle sollten tunlichst vermieden werden. Die vielen purzelnden Pfunde waren jedoch ein sehr willkommener Nebeneffekt.

Die Sache mit dem Zucker

Zucker spielt in unserer heutigen Nahrungsaufnahme eine zentrale Rolle. Von «Ernährung» können wir hier allerdings leider nicht sprechen, denn nähren tut er nicht, ganz im Gegenteil... Wir machten uns daran, Nahrungsmittel zu finden, die keinen Zucker enthalten. Wow, das entpuppte sich als echte Herausforderung! Vom Mostbröckli, Salami bis zum Senf, ja sogar Essiggurken oder Salatsaucen uvm.  enthalten Zucker. Wusstest du, dass es an die 60 Ausdrücke für Zucker gibt, die in unseren Nahrungsmitteln stecken? Es reicht also offensichtliche nicht, einfach auf Süssigkeiten zu verzichten. Wir bekommen auch so mehr als genug davon ab! Mach doch bei deinem nächsten Einkauf einmal die Probe aufs Exempel. Zucker hemmt das Gefühl von «genährt sein». Das Sugar-Monster verlangt die doppelte Portion. Da verwundert es kaum, dass die «Nahrungsmittelkonzerne» reichlich davon in die meisten ihrer Produkte mischen... (Es gibt übrigens sogar eine eigene Zuckerbörse in London.)

Von Diabetes bis Herzinfarkt

Letztendlich frage ich mich, wieviele – auch junge Menschen – aufgrund des viel zu hohen  Zuckerkonsums z.B. an Diabetes 2, Herzinfarkten oder anderen Folgen von Übergewicht erkranken, obwohl die besten Absichten bestehen, sich gesund zu ernähren. So wurde also aus unserer ursprünglichen Absicht, «nur» ein paar Pfunde zu verlieren, eine überzeugende Ernährungsumstellung. Dies bedeutet allerdings nicht, dass wir auf «alles» verzichten, sondern vor allem, dass wir uns nun bewusst(er) ernähren!

12. Oktober 2020/bk
Bild:  pixabay (Humusak)

Mensch schaut ins Universum

Ich will alles!

«Think big,» sagte einst Bruce Lee, als er sich vornahm, ein berühmter Fernsehstar zu werden. Heute müssen wir uns nicht fragen, ob ihm dies gelungen ist. Sein «grosses Denken», machte ihn zum wohl weltberühmtesten  Karatekämpfer aller Zeiten.

Aktuell stehen viele von uns bewusst oder unbewusst an der Schwelle, eigener Star im eigenen Leben zu werden. Die auslaufende Krise hat bereits bei manchem einen neuen Denkprozess angestossen: Will ich so weitermachen wie bisher? Was hat mir der Lockout aufgezeigt? Will ich mich noch in den alten Mustern von Hierarchien und Machtgehabe bewegen? Gibt es da vielleicht noch mehr, was mich auch noch interessiert, mich motiviert? Wir dürfen die alten Muster tatsächlich hinterfragen. Macht es überhaupt (noch) Sinn, sich daran zu halten? Wäre es vielleicht viel sinnvoller und erfolgreicher auf jeder Ebene, sich quasi «neu zu erfinden»?

«Think big in every aspect of your life»
(Bruce Lee)

Wovon habe ich als Kind geträumt? Welche Berge wollte ich erklimmen, welche Welten erobern? Wir haben gelernt, «vernünftig» zu sein, Ideen herunter zu brechen – welch schreckliches Wort! – und uns «nur» auf Machbares zu konzentrieren. Das hatte damals bestimmt seine Berechtigung, aber haben wir dadurch nie herausgefunden, ob das Vorhaben vielleicht auch in «grösseren», resp. befriedigenderen Dimensionen hätte verwirklicht werden können...  Manch eine Schranke ist gefallen, bevor eine Idee wirklich zum Fliegen kommen konnte. Aber muss das denn so bleiben, bloss weil es schon immer so war? Die Zeiten haben sich bereits geändert und damit auch Werte und Vorstellungen.

«The condition for intellectual capital is big thoughts.
The condition for spiritual capital is love. The future
of big thinking rests exclusively on the combination of both.»


Aus «kleinem Denken» resultiert maximal kleines Denken. Wenn ich «alles» will, habe ich auch die Chance, alles zu bekommen. Will ich, warum auch immer z.B. aus Bescheidenheit, nur einen Teil von allem Möglichen, dann bekomme ich auch höchstens einen Teil davon. Strebe ich alles an, dann besteht immerhin die Chance, mehr als bloss einen Teil des überhaupt Möglichen zu erreichen!

Alles, was ich aussende, kehrt irgendwann wieder zu mir zurück.

Es ist nie zu spät, für sich über die Bücher zu gehen. Was nährt mich? Welchen (Mehr)wert bringt mir/uns dies oder jenes? Was bereitet mir Freude? Welche Qualität hat etwas und was möchte ich daraus für mich ziehen, was tut mir gut und will ich weiter pflegen? ...was sagt mir mein Herz, meine Intuition? Nehme ich meinen Weg mit positiver, konstruktiver Absicht unter die Füsse, dann darf ich wohl auch mit entsprechenden Antworten rechnen. Bin ich (weiterhin) nur auf Gewinn und Vorteil, womöglich zu Lasten anderer aus, dann darf ich mich kaum wundern, wenn ich eines Tages alleine mit offenen Knien am Wegrand stehe... Komme ich zum Schluss, dass ich alles schon habe, was ich mir wünsche – und niemand sonst! – toll, gratuliere, dann hast du bereits dein perfektes Leben! Und falls nicht, dann wäre vielleicht jetzt ein guter Zeitpunkt, sich etwas Zeit für sich selbst zu nehmen ;o).

23. Juli 2020
Bild: pixabay

Die «Anti-/Pro-» Sache 

Ja, ich finde, wir sollen zu unserer Meinung stehen und ja, wir sollen sie auch vertreten, resp. kundtun (dürfen). Die Frage ist bloss wie. Wie heisst es doch so schön: «Wie man in den Wald ruft, so kommt es zurück,» oder «man erntet, was man sät.» Also tun wir gut daran, uns zu überlegen, wie wir uns das Resultat (die Reaktion) unserer Meinungsäusserung wünschen – egal, ob im Kleinen (z.B. Familie/Geschäft) oder Grossen (Demonstrationen/Wahlen). Die Bilder der Mahnwachen in Bern wirken jedenfalls ganz anders auf mich als jene von  Protesten, wo man Fäuste in der Luft herumwirbeln sieht.

Ach ja, da ist es wieder: Wieso sind wir eigentlich meistens gegen etwas, was wir nicht wollen, statt für etwas, das wir uns wünschen? Ist die Faust – egal ob «im Sack» oder in der Luft – nicht allmählich ein Auslaufmodell? Wasser und Öl verbindet sich nie, auch wenn man es noch so sehr mixt! Wünschen wir uns denn nicht alle letztendlich Frieden, Gleichheit und Liebe?

«Wut ist Ausdruck von Trauer und unter der Trauer liegt die Wunde.»
(St. Germain)

Wie wäre es, wenn wir die Gefühle von Wut als Trigger wahrnehmen und uns fragen: Was stimmt gerade nicht für mich? Wie will ich es denn lieber oder anders haben? Die Energie verändert sich sofort von destruktiv zu konstruktiv. Einmal mehr gilt, dass die Energie der Aufmerksamkeit folgt. Wer sich positive Veränderungen wie Frieden und Liebe wünscht, darf entsprechende Samen auch selbst setzen und nähren. Wir alle können dazu beitragen, in unserem Umfeld Positives zu bewirken. Wie hiess das doch schon wieder? Wie im Kleinen, so im Grossen...

OK, es ist nicht ganz so bequem, Selbstverantwortung zu übernehmen. Dazu braucht es eine gewisse Eigenleistung. Jemanden oder etwas «per se» abzulehnen ist schon wesentlich einfacher. Doch wie zufrieden sind wir dann mit dem Resultat? Und wozu denn die ganze Aufregung? Wie wäre es denn, statt «Anti-» (z.B. Rassismus) «Pro-» (z.B. Gleichheit/Gleichberechtigung) Ideen zu entwickeln? Das öffnet das Feld. Dann geht es nicht ausschliesslich um eine bestimmte, allenfalls abstrakte, Gruppe «da draussen», sondern auch um solche im näheren Umfeld. Es geht dann plötzlich auch um Ideen, wie beispielsweise Gleichberechtigung von Berufsgruppen, Einkommen, Geschlechtern etc. und wird dadurch doch ziemlich konkret. Dann sind wir ganz direkt involviert und wir dürfen uns überlegen, wie wir in Zukunft mit diesen Situationen umgehen möchten.

21. Juni 2020
Bild: unsplash/Rodolfo Quevenco

Zwei blökende Schafe

Von Menschen und Schafen

Was unterscheidet Menschen von Schafen? Aktuell scheint der Unterschied eher im Physischen zu liegen (ich mag übrigens Schafe). Das was uns letztendlich ausmacht wird zurzeit eher verpönt: denken und hinterfragen. Diese zwei Tätigkeiten gehören gerade eher zu den «speziellen, rareren Gaben»,  denn wie kann ich es mir sonst erklären, dass jetzt so viel Eigenartiges geschieht? Menschen werden Maulkörbe jeglicher Art verpasst, Bespitzelung oder Missgunst hüben und drüben...

Wie lange noch?

Wann geht uns der Hut hoch vor lauter Bevormundung und Wegsperren? Wann sind wir es müde, uns nach fremden Ideen und Vorstellungen zu richten, mögen sie sinnig oder unsinnig sein? Wann beginnen wir, wieder selbst zu denken, Selbstverantwortung, Selbstbestimmung und Selbstfürsorge zu leben? Wohin hat sich bloss der «gesunde Menschenverstand» verlaufen? Die Statistiken und die Verhältnismässigkeit sprechen jedenfalls eine deutliche Sprache. Ich glaube, das Problem liegt darin, dass wir uns nicht mehr spüren!  Durch die  Angst vor einem unsichtbaren Feind tendieren wir eher dazu, wie panische Schafe hinter allem her zu rennen, was Rettung verspricht.

Wie wäre es denn, inne zu halten, tief durchzuatmen und sich zu überlegen, was einem jetzt gut tut?

Sollten wir unsere Energie nicht viel besser so einsetzen, dass sie uns allen auch etwas bringt? Wie wäre es, sich für seine Gesundheit einzusetzen, sich sehr bewusst für liebenswerte Worte und für zuvorkommendes Verhalten gegenüber sich selbst und anderen zu entscheiden?

Wir dürfen jetzt beginnen, uns für uns und unsere Bedürfnisse einzusetzen – sobald wir diese auch herausgefunden haben ;o). Finden wir also jetzt heraus, was wir – jede(r) einzelne für sich – braucht, um aus der aktuell eher negativen Energie (vor allem in der Öffentlichkeit) heraus zu kommen und sich für Leichtigkeit und Liebenswürdigkeit in Respekt und Achtsamkeit gegenüber sich selbst und anderen zu entscheiden. Wie war das doch gleich?

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit!


28. April 2020

Foto: pixabay

Hand und Katzenpfote

Wenn nicht jetzt, wann dann? 

Was unsere Wirtschaft und die Politiker in ihren langjährigen Debatten bis heute (noch) nicht geschafft haben, regelt ein mikroskopisch kleiner Virus. Plötzlich ist die Luft so rein, dass sogar Grossstädter in ganz Europa wieder atmen können und Inder den Himalaya in der Ferne entdecken.  Das Wasser vor Italiens Küste ist so klar, dass Delphine in venezianischen Häfen gesichtet wurden, dort, wo sie schon lange keinen Lebensraum mehr fanden und als vertrieben galten.


Die Welt erholt sich innert kürzester Zeit von unseren Umweltsünden. Das gibt zu denken. Offensichtlich bekommen wir jetzt die Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie wir weiterfahren wollen. Jede einzelne Person, jeder Unternehmer, Politiker oder Konzernverantwortliche hat nun weltweit (!) die Chance zu überprüfen, wie man "sein System" optimieren kann – für sich, andere  und die Umwelt.

Und plötzlich hat man Zeit...

Jetzt besteht die ausgezeichnete Gelegenheit, unsere (Zusammen-) Arbeitsmodelle zu überdenken. Netzwerke werden noch wichtiger. Damit spannende Ideen und Erkenntnisse aber auch zum Fliegen gebracht  werden können, braucht es eine weiterführende Zusammenarbeit. Dazu eignen sich Projektteams, die sich unabhängig von einer Firmenzugehörigkeit und über gewisse Zeitspannen formieren und später wieder auflösen (können). Projektverantwortliche definieren die benötigten Kompetenzen, die Teams organisieren sich selbst und los geht's. So werden entsprechende Kompetenzen, Ideenreichtum und Softskills Treiber von Projekten und nicht Status oder Hierarchien von mehr oder weniger fähigen Führungspersonen eines Unternehmens. Meines Erachtens liegt darin die Zukunft der Arbeit!

Reisen um jeden Preis?

Müssen immer gleich ganze Teams von A nach B reisen? Wäre eine lokale Projekt-Kooperation mit Partnerfirmen oder Gleichgesinnten eventuell sogar sinnvoller? Ist es wirklich nötig, für jede Besprechung irgendwohin zu fahren oder fliegen? Wären vielleicht gelegentliche, dafür ausgiebigere (physische) Treffen und vermehrte Videokonferenzen womöglich effizienter? Braucht es wirklich die tägliche Präsenz im Büro oder wären gezielte Homeoffice-Tage produktiver? Damit mehrere kreative Köpfe auch vielfältigere Ideen entwickeln können – wie wäre es denn mit einem Umfeld, das dies nicht nur zulässt, sondern fördert? Das ist ja "eigentlich" auch alles ganz logisch, oder?

Viele kleine Dinge ergeben auch eine beachtliche Menge

Wo liegt mein ganz persönliches  Optimierungspotenzial? Wo könnte ich einen Beitrag zum achtsameren Umgang mit der Natur und meinen Mitmenschen leisten und sei er noch so klein? Eines ist klar: Die Welt ist heute nicht mehr dieselbe, wie sie vor dem Einfluss dieser "Sache" gewesen war. Neues Denken ist gefragt, auf allen Ebenen. Wir dürfen kreativ sein! ...wenn wir nicht jetzt damit beginnen, wann dann?

19. April 2020
Foto: Barbara Ganz